Mittwoch, 21. Mai 2008

Ungefähr(lich)e Pläne

Hallo Allerseits!
Ich habe im Moment gerade keine Lust auf Schreibereien, darum werde ich mich kurz fassen und euch nur ueber meine groeberen Plaene informieren; alles weitere kommt dann spaeter.
Mitlerweile habe ich Costa Rica verlassen, nicht endgueltig, aber zumindest musste ich fuer laengere Zeit packen. Im Moment bin ich in Panama und wohne bei der Familie einer Freundin von Alejandras Vater. Die Leute hier kuemmern sich super (fast zu gut) um mich, fahren mich die ganze Zeit durch die Gegend und tun auch sonst alles Moegliche, damit ich meine Zeit hier moeglichst angenehm verbringe. Und nein, Mama, sie halten mich nicht irgendwo gefangen und zwingen mich zur Heirat oder was auch immer. Zumindest noch nicht.
Hier in Panama werde ich bis Ende Mai bleiben, danach gehts per Flugzeug nach Mexico D.F., wo ich den Schiesser treffen werde. Fuer alle die ihn nicht kennen; so ein agressiver Typ, der sich hauptsaechlich von Nutella ernaehrt und jetzt eine Freundin hat. Wer sich naeher fuer ihn interessiert, findet rechts in der Linkliste seinen Blog. Zusammen mit ihm gehts von Mexico mit dem Bus Richtung Sueden zurueck nach Costa Rica, von wo aus Ende Juli mein Flug zurueck in die Schweiz geht. Dabei ist natuerlich der Weg das Ziel, soll heissen, allzu genau wurde/wird wohl nicht geplant. Ich werde jedoch weiterhin versuchen, euch ueber alles auf dem Laufenden zu halten.
So, mehr moechte ich jetzt nun wirklich nicht schreiben, es war eigentlich auch schon alles, was meine Plaene angeht. Nur damit ihr nicht sagen koennt, ich haette euch nicht gewarnt.
Tschuess, bis zum naechsten Mal...

Mittwoch, 30. April 2008

Panama zum Zweiten


Wie schon in den letzten beiden Beiträgen am Rande erwähnt, habe ich anfangs April zum zweiten Mal Panama Stadt besucht. Nun ist der April schon fast vorbei und mit ihm auch die Trockenzeit in Costa Rica. Soll heissen, es schifft wieder fast jeden Tag. Was ebenfalls bedeutet, dass ich nun keine vernünftige Ausrede mehr habe, mit meinem Bericht über meine Panama-Erlebnisse noch länger zu warten. Nicht wirklich.

Panama und ich


Panama selbst hat sich seit meinem letzten Besuch im Dezember nicht gross verändert, überall wird noch immer fleissig gebaut, die Leute laufen fluchend durch die Strassen, Abfall liegt einfach so herum, fortwährend wird irgendwo gehupt und dennoch sieht das Gesamtbild grossartig aus.


Iglesia del Carmen




Eigentlich war ja geplant, dass ich mich etwa drei Tage in Panama aufhalte und dann, als unbescholtener Tourist, wieder nach Costa Rica zurückkehre, wo ich aufs Neue bis zu 3 Monate bleiben dürfte. In Panama habe ich mich aber umentschlossen und bin eine Woche länger geblieben, der Hauptgrund dafür heisst Alejandra und sieht aus wie eine Mischung aus ach-ich-weiss-jetzt-grad-auch-nicht-wem und der Sonne.

Alejandra und ich


Aber auch sonst habe ich in Panama einiges geleistet; zu erwähnen wären da ein Ausflug an den Strand, der Besuch eines Openairs (inklusive zwei Stunden strömenden Regens), die Verbesserung meines Beines, ein Beinahe-Unfall in einem Taxi auf der Autobahn, herumhängen mit Octavio und die erfolgreiche Jagd auf eine 10cm grosse Kakerlake.

Andrea's Bein Version 2.0


Octavio

Man muss für eine gute Shisha nicht unbedingt nach Teheran

Was gibt es sonst noch zu erzählen? Am vorletzten Tag meines Aufenthaltes gingen Alejandra, eine Freundin von ihr und ich in eine ziemlich stylische Bar, wo irgend so ein Event stattfinden würde. Irgendwie sind wir hineingekommen, obwohl wir "nicht auf der Liste" standen. Einmal drinnen, haben wir schnell festgestellt, dass heute alle Getränke gratis sind, man musste nur etwas verloren irgendwo hinschauen, schon bekam man ein Bier in die Hand gedrückt. Der Grund, warum nichts bezahlt werden musste war, dass etwas später Zeta Bosio, Bassist der nun wiedervereinigten New Wave Band Soda Stereo (bei uns kennt die wahrscheinlich niemand, hier sind sie jedoch extrem berühmt) eine Interview-Stunde gab. Für mich persönlich war das nicht so etwas weltbewegendes, aber Alejandra und ihre Freundin sind fast ausgeflippt. Als wir dann aber mit gerade mal fünf anderen Glückspilzen Zutritt zu einem Balkon in der Bar erhalten haben (ohne vorher zu wissen was dort war), wo wir danach mit Zeta Bosio und noch einer anderen (scheinbar in Panama auch ziemlich berühmten) Band in grossen Mengen von den Gratisgetränken profitierten, fand ich das schon auch ziemlich witzig. Meine Freunde in Costa Rica konnten es fast nicht glauben, als ich es ihnen erzählte.

Alejandra und Zeta Bosio

Hmm, etwas fehlt noch in meinem Bericht. Ach ja, da war ja noch dieser Schwede...

Montag, 7. April 2008

Was ich beim Warten auf den Panama-Bus so gedenkt habe...

Chucha Fren! Was denken sich Eltern - oder stellvertretend Erziehungsberechtigte - wenn sie ihren gelangweilten, in ueberfuellten Wartesaelen sitzenden Kindern zum Zeitvertreib Dinge wie Plastik-Pfeifen kaufen?
Es faellt mir so unglaublich schwer, mir ein duemmeres Praesent vorzustellen! Vieleicht Extasy. Von all den verhungernden Verkaeufer, welche Dinge wie Sonnenbrillen, Uhren, Zeitungen, Bildchen, Kaugummis, Gurte oder ewige Glueckseligkeit verscherbeln, hat sich der dosenbiertrinkende Herr ausgerechnet den Pfeifenmann ausgesucht. Es geht noch gut eine halbe Stunde, bis der Bus kommt, in der ich das Gepfeife tolerieren werde. Sollte es nachher, im Bus, auf gleiche Art weitergehen, wird moeglicherweise Blut fliessen.
Ich halte es durchaus fue moeglich, dass man durch uebermaessiges Pfeifen verbloeden kann. Der Sauerstoff, welcher eigentlich fuers Gehirn bestimmt waere, fliesst stattdessen in die Pfeife. Bei dem mir gegenuebersitzenden Jungen glaube ich erste Anzeichen feststellen zu koennen. Als er nach seinem Alter gefragt wird, antwortet er zuerst sieben, kommt nach laengerem Nachdenken dann jedoch auf acht.
Einen witzigen Nebengeschmack hat das ganze jedoch: jedesmal wenn der Junge besonders heftig pfeift, haelt er sich danach die Haende an den Kopf und schreit: "Au, meine Ohren!"
Der Dosenbiermann ist mittlerweile verschwunden - hat er sich abgesetzt? Sind im erst jetzt die moeglichen Auswirkungen, welche eine Plastikpfeife auf eine fuenfzehnstuendige Fahrt haben kann, bewust geworden?
EPILOG:
Waehrend ich diesen Erguss in das Internet einspeise, befinde ich mich bereits in Panama, ich habe die Busfahrt gut ueberstanden und wurde nur gelegentlich durch Gepfeife gestoert. Es ist KEIN Blut geflossen. Das ist auch gut so. Ich habe letzte Nacht nur etwa zwei Stunden geschlafen, daher mein wahrscheinlich etwas betrunkener Schreibstil. Ich wurde von mehreren Leuten aufgefordert, oeffters kleinere Beitraege in das Internet zu stellen. Das habt ihr jetzt davon! In Panama ist es sehr schoen und das uebliche, meine Schuhe sind pflotschnass und im Internet Cafe sind es geschaetzte minus 20 Grad. Octavio habe ich gegruesst. Er laesst ebenfalls gruessen. Noch etwas kurioses zum Schluss: da ich vergessen habe, mein Handy-Ladegeraet einzupacken und mein Handy-Akku leer ist, habe ich mir fuer knapp 25$ (im Moment wohl etwa 25 Franken :-) ein neues gekauft, das billigste. Ich hoffe jedoch, dass dies nicht zur Gewohnheit wird. Ich bin dann mal wieder im Reallife, tschuess und weg.

Dienstag, 25. März 2008

Es geht voran...

Hallo allerseits

Im letzten Beitrag habe ich mein Vorhaben angekündigt, schon bald wieder einen Eintrag zu schreiben, und siehe da; schu dinn! Nun lest und staunt!

Zuerst das Sensationellste: Ob ihrs glaubt oder nicht, ich konnte mich endlich zu einem Friseurbesuch überwinden. Scheinbar sind meine Spanischkenntnisse doch nicht so gut wie erwartet, denn plötzlich war alles weg, oder zumindest mehr als ich erwartet habe. Klar, ich könnte den Haaren jetzt nachtrauern, doch habe ich mich mittlerweile mit der etwas geringeren Länge mehr oder weniger abfinden können. (Anmerkung der Redaktion: An dieser Stelle wollte ich eigentlich ein Vorher/Nachher-Bild zeigen, bin aber noch nicht dazu gekommen eins zu machen. Ich verspreche, es so bald wie möglich nachzuliefern)
Nicht weniger interessant ist, dass ich hier im Moment Autofahren und Tanzen lerne; wobei ich scheinbar bedeutend mehr Talent für Ersteres habe. Auf jeden Fall bin ich schon so weit, dass ich in und um Alajuela, einer der grössten Städte des Landes, herumgefahren bin und auch einen Ausflug nach Puntarenas habe ich schon hinter mir. Der Verkehr dort war ziemlich chaotisch, das Fahren mehr so nach Gefühl (wie beim Tanzen), und die Hupkonzerte ohrenbetäubend, galten jedoch nur selten mir. Zur besseren Veranschauung ein Bild, so, hier:


Alajuela Downtown

Mein Fahrlehrer ist natürlich erste Klasse, er bringt mir alle Facetten des costaricanischen Fahrens bei, wie zum Beispiel Schlaglöcher-und-offenen-Autotüren-Ausweichen, mit-Handbremse-bremsen und auf schnellstem-Weg-zur-Hupe-greifen. Zudem hat er so tolle Sprüche auf Lager wie: "Wenn eine hübsche Chica am Strassenrand steht, sollte man nicht zu schnell fahren, damit man sie besser begutachten kann!" oder: "Hier in der 25er-Zone solltest du besser erstmal etwas langsamer fahren, vielleicht 60 oder so!" Auch kommt es gelegentlich vor, dass er während einer Stunde 1 oder 2 Bier trinkt. Ob und wie legal diese Fahrstunden sind, ist mir bis jetzt nicht klargeworden. Eigentlich bin ich davon ausgegangen, dass alles ganz vorschriftsgemäss sei, bis wir eine Verkehrskontrolle passierten und mein Lehrer zu schwitzen und rot anzulaufen begann und mich nervös auf Spanisch anflehte, ich solle doch bitte so gut sein und hier etwas langsamer zu fahren. (Anmerkung der Redaktion: An dieser Stelle wollte ich eigentlich ein Bild von mir beim Autofahren zeigen, bin aber noch nicht dazu gekommen eins zu machen. Ich verspreche, es so bald wie möglich nachzuliefern)
Wieder einmal wurde in meinen Augen das Klischee bestätigt, dass in Costa Rica gesetzesmässig sehr viel in einer Grauzone verläuft und zudem Beziehungen ausserordentlich wichtig sind. So könnte mein Fahrlehrer zum Beispiel organisieren, dass ich für die Prüfung zum costaricanischen Führerschein zugelassen werde (obwohl das Ausländer normalerweise nicht können) und dabei sogar noch eine einfachere Prüfung bekommen würde. Da dieser Führerschein in der Schweiz jedoch nicht akzeptiert wird, werde die Prüfung wohl kaum machen.

Wenn wir gerade beim Thema halb-illegal sind, ich persönlich bin im Moment irgendwie auch in diese Sparte gerutscht, die drei Monate welche ich mich offiziell in Costa Rica aufhalten dürfte, habe ich nun schon um beinahe zwei Wochen überschritten. Dies ist grundsätzlich nicht wirklich ein Problem, allerdings ist es besser, wenn ich das Land für 72 Stunden verlasse und dann zurückkomme. Ich hätte auch die Möglichkeit, an Bekannte von Bekannten etwas Geld zu zahlen, die dann aus einem Tag drei machen können, ihr wisst schon wie ich meine, aber da mich Octavio eingeladen hat, nächsten Samstag nach Panama an ein Konzert von "Calle 13" zu kommen, werde ich den etwas legaleren Weg nehmen.

Um aufs Tanzen zu sprechen zu kommen; eigentlich war mir dies nie so ganz geheuer, aber irgendwie hat es mich dann doch gereizt, es zu lernen; zumal hier bei jeder Gelegenheit immer alle tanzen, an Dorffesten, Geburtstagen, weil sie ein spezielles Lied hören oder einfach nur weil sie betrunken sind. Nachdem die ersten Versuche, einfach mal so mitzutanzen, nicht wirklich gelungen sind, habe ich mich überreden lassen, es mit einer Tanzschule zu versuchen. Diese kostet knapp 10 Franken pro Monat und bietet vier mal pro Woche eine Stunde, in der man alles von Salsa über Merengue bis zu Cumbia lernen kann. Irgendwie scheine ich jedoch nicht mit übermässigem Talent gesegnet zu sein, zudem sind die anderen Schüler schon ziemlich fortgeschritten und der Lehrer scheint ein ziemlicher Narzisst zu sein; es ist ihm vor allem wichtig, dass er gut tanzt; und so bewegt er sich meistens mit der doppelten Geschwindigkeit wie seine Schüler. Aber so schlimm ist das nicht, auf jeden Fall gibt es hier genügend Möglichkeiten zum Üben und schliesslich ist ja der Weg das Ziel.



So gut wie dieser Herr tanze ich leider noch nicht...




Beim Versuch, dieses Foto zu machen, habe ich mich in Lebensgefahr begeben (man beachte das freundliche Gesicht ganz rechts)

Was gibt es sonst noch zu erzählen? Ach ja, da war ja noch das Fest anlässlich Macos fünfzigstem Geburtstags. Dieses beinhaltete alles, was ein gutes Fest braucht, gute Musik (natürlich wurde wieder jede Menge getanzt), eine cremige Torte und die gerade richtige Menge an Betrunkenen. Alles war ziemlich gut durchorganisiert, die Kellner (unter anderen ich) waren ausserordentlich flink, die Sänger (unter anderen ich) brachten Geburtstagsständchen in allen möglichen Sprachen zu Stande und die Fotografen (unter anderen ich) leisteten hervorragende Arbeit.


Eine wirklich cremige Torte


Ein tolles Partyspiel mit Sirup, Guaro und Eis - ratet mal wer gewonnen hat...

Auch sonst gab's viel zu feiern, in der sogenannte "Semana Santa", der Woche vor Ostern, in welcher die meisten meiner Kumpanen Ferien hatten, habe ich mich, im Gegensatz zu einigen anderen, nicht wirklich religiös verhalten.



Einige andere

Ich habe diese Woche aber sehr genossen, unter anderem enthielt sie mehrere Fahrradausflüge, einen Trip an den Strand, diverse Schwimmbad-Besuche (inklusive Übernachtung) und natürlich unzählige Fiestas. Das mit den Fiestas wurde gegen Ende der Woche etwas erschwert, da von Donnerstag bis Sonntag kein Alkohol verkauft werden durfte. Dies bedeutet natürlich nicht, dass nicht getrunken wird. Der schlaue Tico deckt sich einfach rechtzeitig mit genügend Guaro ein, so dass er die Trockenzeit sicher übersteht; und der noch Schlauere verkauft einen Teil seines Vorrates zu horrenden Preisen an all die weiter, welche es verhängt haben, Vorkehrungen zu treffen (Leute wie du und ich).


Auf dem "Puente de Rio Grande" - Bild von einem sonntäglichen Fahrradausflug (Fahrrad ist nicht im Bild)

An dieser Stelle möchte ich mich noch bei Gotte bedanken, welche mir genügend Schokolade geschickt hat, um mindestens vier Ostern zu überleben. Ein grosser Teil davon habe ich dann jedoch verschenkt, beziehungsweise im Garten versteckt, wo die Kleinen dann danach suchen durften.


Auf der Suche nach Eiern

So. Das war's wieder von den Costa Rica Nachrichten. Und wenn du noch mehr lesen willst Alter, schau einfach wieder rein wenn es heisst: Pura Vida!

Montag, 17. März 2008

Vacaciones de las vacaciones

Es ist weitläufig bekannt, dass jeder ab und zu einmal eine Auszeit braucht. Eine Pause vom stressvollen Alltag, Momente, in denen man sich zurücklehnen und die täglichen Sorgen und Probleme hinter sich lassen kann. Da ich hier ständig unter enormem Stress stehe, war ich der Ansicht, dass auch ich mal Ferien verdient habe. So kam es, dass ich einige Extranjeros (namentlich meine Mutter (Rita), meine Gotte (Ursula) und ihren Mann (Leo)) hierhin, in das Land wo sich Banane und Kokosnuss Gutenacht sagen, eingeladen habe.

Gotte, meine Mutter und Leo vor dem Arenal-See

Gotte und Mama kommen vom Ausgang nach Hause
Um zu verhindern, das meine Dschungelunerfahrenen-quadratschweizerischen-füdlibürger-Gäste im Urwald von Tigern gefressen, von Rebellen verschleppt oder in San Jose von Taxis überfahren werden (ja, das kann durchaus vorkommen), musste ich natürlich den Führer (bitte keine Witze über dieses Thema, es ist längst abgegriffen) spielen. Da jetzt scheinbar jedes noch so unwichtige Wesen dieser Welt eine selbstbemalte Karte mit seiner Reiseroute in seinen Blog stellt, und ich auch schon früher immer gerne gemapt habe, konnte ich dem Trend nicht widerstehen, und kann euch nun proudly presenten: Dadurch gings etwa:


Tolle Karte! Legen wir die erstmal weg - hierhin- so!

Am Nachmitag des 16. Februar begab ich mich, noch ziemlich müde vom Vorabend, an den Flughafen in Alajuela, um meine Gäste abzuholen, welche sich nur etwa um zwei Stunden verspätet haben. Nach einer (ziemlich lauten) Nacht in San Jose und einem kurzen Besuch bei Rosita gings nach La Fortuna, welches am Fuss des Vulkanes Arenal liegt. Dieser ist der aktivste des ganzen Landes und mit etwas Glück kann man in der Nacht beobachten, wie glühende Lava den Berg herunterfliesst. Da es jedoch die ersten zwei Tage immer leicht regnete oder bewölkt war (kommt sonst eigentlich fast nie vor in der Trockenzeit), hatten wir die Hoffnung, diese mit eigenen Augen zu sehen, schon fast aufgegeben, als wir am dritten Abend bei leicht besserem Wetter zum Aussichtspunkt fuhren. Nach etwa einer Stunde mehr oder weniger geduldigem Ausharren, hatten wir schliesslich Glück; zuerst waren nur einige Spritzer zu sehen, später jedoch floss immer mehr Lava unter dem dichten Nebel hervor. Laut einer Statistik gehören wir damit zu dem 0,0004% der Menschheit, welche solch ein Naturereignis mit eigenen Augen sehen durften.

die Lava, ein scheues, nachtaktives Geschöpf

Von La Fortuna aus begaben wir uns auch auf einen Tagesausflug nach Monteverde, den wahrscheinlich berühmtesten Nationalpark Costa Ricas. Die Strasse dorthin ist es eigentlich nicht wert, als eine solche bezeichnet zu werden, aber Leo (unser Fahrer) schien Gefallen an dieser Herausforderung gefunden zu haben. Gemeinsam haben wir uns an dem Gekreische und an den Stossgebeten unserer weiblichen Mitreisenden auf den billigeren Plätzen ergötzt.

Ein Faultier, gesehen auf dem Weg nach Monteverde

Monteverde "war den Kummer aber wert", wie man hier in Costa Rica so schön sagt. Bei (aufgrund des regnerischen Wetters) recht angenehmen Temperaturen sind wir gemütlich durch den Urwald spaziert und haben imposante Hängebrücken überquert. Einige von uns hatten sogar das Glück, einen Quetzal (http://www.losgringoslocos.net/images/quetzal.jpg) zu sehen, der wahrscheinlich bekannteste Vogel Lateinamerikas, welcher von den Atzteken als Gott verehrt wurde mittlerweile jedoch vom aussterben bedroht ist. Andere Mittreisende haben ihn wiederum nicht gesehen, weil sie in der Zwischenzeit damit beschäftigt waren, einen Haufen Blätter mit einem Vogel zu verwechseln. Ansonsten haben wir die Tierwelt von Monteverde eher gehört als gesehen; damit meine ich vor allem die Brüllaffen (http://de.wikipedia.org/wiki/Br%C3%BCllaffe), welche einen unglaublichen Mais machen.

Ein Einheimischer in Sámara

Als Nächstes ging die Reise weiter nach Sámara, ein ruhiges Städtchen an der Pazifikküste, auf der Halbinsel Nicoya. Dort gabs reichlich Sonne, Strand, Ceviche, Meer und Cerveza und auch sonst alles, was gemütliche Ferien so brauchen.

Meine Mutter auf Besuch bei Rosita



Nach einem Besuch in Atenas mit meiner Mutter, wo sie die Gelegenheit hatte, einige meiner costaricanischen Freunde kennenzulernen (und krank zu werden (vieleicht wegen dem Ceviche)), gings via San Jose weiter nach Tortugero (http://de.wikipedia.org/wiki/Nationalpark_Tortuguero). Dieser Nationalpark, welcher im Nordosten des Landes liegt, an der Grenze zu Nicaragua, ist nur mit dem Boot oder auf dem Luftweg erreichbar.

Die namensgebenden Schildkröten in Tortugero

Gotte am Strand von Tortugero - weiter traut sie sich nicht

Nach einer längeren Bus- und Bootsfahrt erwarteten uns in Tortugero diverse Touren, zu Fuss oder per Boot, wobei wir so nah an die zahlreichen Viecher herangekommen sind, wie noch nie zuvor. Zu sehen gab es einiges: Tukane, Spinnen, diverse Frösche, unzählige Schmetterlinge und Vögel, drei Affenarten, darunter auch die schon früher gehörten Brüllaffen und eine Boa. Einige Bilder:

Rotaugenlaubfrosch

Tukan

Kapuzineräffchen


Kaiman
Nach Tortugero war unsere zweiwöchige Reise dann auch schon vorbei, am 1. März schikte ich meine mit Souvenirs beladenen Gäste wieder zurück in die Kälte. Am gleichen Abend ging ich noch auf die guaroreiche Feier anlässlich Macos fünfzigsten Geburtstages, doch darüber werde ich im nächsten Eintrag schreiben (auf den ihr hoffentlich nicht so lange zu warten braucht...). So, machts gut, ich bin dann mal weg...

Mittwoch, 30. Januar 2008

Was so passiert ist...

Hoi Zaema
Heute bin ich aufgestanden und habe mir gedacht, dass ich wieder einmal etwas schreiben sollte, schliesslich gibt es ja keinen Grund, warum ich ein Recht auf Privatsphaere haette. Desshalb moechte ich hier die wichtigsten Januar-Erlebnisse kurz zusammenfassen.
Vor etwa zwei Wochen wurde ich vom Vater von Karla eingeladen, seinen Arbeitsplatz zu besichtigen. Er arbeitet naemlich als Dozent (Fachgebiet: Kaese) auf einer Landwirtschafts-Universitaet (mit Schwimmbad). Dort gab es allerlei Viecher zu sehen, und nicht alle wuerde ich spontan mit Landwirtschaft in Verbindung bringen. So waren neben den Standarts (Huehner, Kuehe, Pferde) auch einige ungewoehnliche Exemplare anwesend, zum Beispiel Krokodile, Leguane und eine Riesen-Ratte, welche gut einen halben Meter lang ist. Wir, dass heisst Karlas Vater, Karla, Ines (eine andere Schweizerin), Gabriel (ein Gringo) und ich, haben uns das Universitaetsdoerfchen angesehen (mit Schwimmbad), und gemuetlich den Tag dort verbracht. Karla macht uebrigens ab Ende Februar ein Austauschjahr in der Schweiz, in St. Gallen. Ich habe ihr also eine Liste mit den 30 wichtigsten Dingen, welche sie in der Schweiz erledigen solte (Openair Lumnezia, Calanda trinken, auf Quaderwiise haengen und solche Sachen), zusammengestellt.
Hier einige Fotos von unserem Besuch auf der Uni:

Ines und Karla

Was zu erwarten war


Was nicht zu erwarten war


Ein weiterer Besucher

Der Hoehepunkt dieses Monates waren aber definitiv die beruehmt-beruechtigten "Fiestas de Palmares" (http://fiestaspalmares.com/home/), welche vom 16. bis zum 28. Januar stattfanden. Palmares, normalerweise ein ruhiges Doerfchen nicht viel groesser als Atenas, verwandelt sich waehrend diesen Tagen in eine wilde Mischung aus Carneval, Cowboy-Parade, Stadtfest, Openair, Jahrmarkt, Stierrennen und Vergnuegungspark. An keinem anderen Ort ist so eine grosse Ansamlung von betrunkenen Ticos anzutreffen. Angeblich ist es das Fest mit dem weltweit drittgroesten Bierkonsum (nach dem Oktoberfest und dem Carneval von Rio).

Andy, el vaquero

Ein gutes und guenstiges Transportmittel

Wie man auf den Bildern sehen kann, habe ich mich an so einem Ort natuerlich pudelwohl gefuehlt (ich habe mir alle erdenkliche Muehe gegeben, das Fest mit dem weltweit groessten Bierkonsum daraus zu machen, ob mir das gelungen ist, weiss ich aber nicht). Am liebsten waere ich jeden Tag hingefahren, leider war es jedoch nicht immer moeglich, aber immerhin vier Tage habe ich dort verbracht.
Am ersten Tag (Donnerstag vor 2 Wochen) hat der sogenannte "Tope", (http://fiestaspalmares.com/home/index.php?option=com_content&task=view&id=13&Itemid=5) ein Pferdeumzug stattgefunden. Schon Morgens um halb neun (normalerweise wuerde ich nie so frueh aufstehen) sind wir etwa zu zehnt mit einem kleinen Bus nach Palmares gefahren, haben uns dort Bier und Eis besorgt und uns einen Platz an der Hauptstrasse erkaempft. Dann begang das lange Warten, denn wenn in Costa Rica etwas um 12 losgehen sollte, wird es mindestens 14 Uhr (dieses Phaenomaen nennt sich "la hora tica"), aber dafuer hatten wir ja genuegend Bier. Als schliesslich dann der Umzug begann, waren die weniger Trinkfesten schon so betrunken, dass sie nicht mehr viel davon mitbekommen haben. Mir als Churer kann so etwas natuerlich nicht passieren und so weiss ich noch alles, der Umzug war wirklich sehenswert, unter anderem auch wegen den vielen huebschen Ticas. Danach beginnt jedoch auch mein Erinnerungsvermoegen Loecher aufzuweisen, so weiss ich zum Beispiel nicht mehr, was in der Disco so passiert ist, und wieso ich am naechsten Tag eine andere Sonnenbrille hatte. Warum ich allerdings den bisher uebelsten Sonnenbrand meines Lebens hatte, ist schon irgendwie nachvollziebar.
Nachdem ich dann den "Tope" doch irgendwie ueberlebt habe, habe ich am darauffolgenden Samstag zufaelligerweise in der Zeitung gelesen, dass an diesem Tag die mexikanische Band "Molotov" in Palmares spielt, welche ich schon sehr mochte, bevor ich anfieng, die spanischen Texte zu verstehen. Also wieder nach Palmares, diesmal mit dem Taxi und zusammen mit Sebastian und Octavio. Als wir dann etwa eine Stunde vor Beginn beim Konzertbereich ankamen, sah es zuerst ausgesprochen uebel aus, den vor dem Eingang gab es eine ueber 50 Meter lange Schlange. Wir stellten uns, ohne grosse Erwartungen hinten an und promt wurde uns eine Stunde und etwa 20 Meter spaeter mitgeteilt, dass es sehr wahrscheinlich nicht mehr genuegend Plaetze fuer uns haette. Aber auch davon liesen wir uns nicht entmutigen, und nach weiteren 2 Stunden durften wir als die beinahe Letzten den Konzertbereich doch noch betreten. Und unsere Glueckstraehne war damit noch nicht zu Ende, denn nur 5 Minuten spaeter begannen "Molotov" mit 2 Stunden Verspaetung auch gleich zu spielen und wir wurden fuer unsere Geduld mit einem super Konzert belohnt.
Letzten Freitag ging es zum dritten mal nach Palmares, wieder mit einem kleinen Bus, diesmal an den Carneval. Zwar haben Octavio und ich etwa 3 Stunden damit verbracht, die anderen zu suchen, nachdem wir sie verloren haben, aber der Ausflug hat sich dennoch gelohnt. Am Sonntag fuhr ich dann mit Karla zum letzten mal hin, an diesem Tag gab es zwei Gratiskonzerte und dementsprechend viel Leute. Dort hat sich fuer mich auch das Raetsel mit dem grossen Bierkonsum geklaert, wir haben naemlich herausgefunden, dass die Ticos das Bier nicht nur trinken, nein, sie werfen es auch durch die Gegend und zwar massenweise. Ich fand das zwar etwas verschwenderisch, aber ist ja nicht mein Bier (Haha, Wortspiel).
Alles in allem war es ein prima Fest, und falls irgendwie moeglich, will ich naechstes Jahr wieder hin, dann aber fuer zehn Tage! Im ganzen Januar ist natuerlich noch mehr passiert, aber ich bin der Meinung, dieser Eintrag ist auch so schon viel zu lang. In diesem Sinne wuensche ich euch eine frohe Fasnacht und auch sonst alles gute!
Liebe Gruesse
Euer Freund im Ausland

Mittwoch, 9. Januar 2008

Fotos vom Weihnachtsessen

Hoi Zaema

Weihnachten haben wir (das heisst die Familie von Rosita) zu Hause bei Sebastian gefeiert. Das ganze laeuft aehnlich ab, wie bei uns, dass heisst mit gutem Essen und Geschenken und so. Auch Andy wurde beschenkt, er hat 2 T-Shirts und 2 Flaschen Wein erhalten. Da am 25. dann jedoch mit der ganzen Familie (ca. 200 Leute) am Pool gefeiert wurde, hat er letztere jedoch schon nicht mehr. Hier die Fotos vom Weihnachtsessen:


Ronald und Lilli

Sebastian, Jose, Mariana und Irene

Maco, Rosita und Ronald

Maria und Rebeca

V. h.: Olga, Esteban und Maria

Alle, oder zumindest fast

Freitag, 28. Dezember 2007

Ach, wie schoen ist Panama

Liebe LeserInnen und Aussen

Wie schon in meinem letzten Post erwaehnt, war ich vom 15.12 bis zum 19.12 in Panama. Da ich darueber noch nicht berichtet habe, muss der Post, mit dem ich von meinen Weihnachtserlebnissen erzaehle, noch etwas warten. Also zurueck zu Panama:
Die Puente de las Americas, welche bis 2004 die einzige Verbindung zwischen Sued- und Nordamerika war;
unten: die Kueste von Panama-Stadt
Nach einer ziemlich muehsamen Busfahrt (alles in allem etwa 15 Stunden, also etwa so lang wie der Flug nach Costa Rica), auf der dreimal der gleiche Film gezeigt wurde, kommen wir ziemlich erschoepft am Samstag Morgen in Panama-Stadt an. Wir, das heisst Sebastian, ich und Monce, eine Cousine von Alejandra. Diese hat in Panama 2 Soehne, Octavio und Claudio, mit denen wir die meiste Zeit unterwegs sind. Schon auf den ersten Blick gefaellt mir die von ca. 700'000 Menschen bewohnte Stadt unglaublich gut. Obwohl sie sehr gross ist und viel Verkehr durch die Strassen fliesst, ist sie nicht annaehernd so hektisch wie zum Beispiel San Jose (welches nur halb so viele Einwohner hat), die Strassen kann man hier relativ problemlos ueberqueren und auch Raeuber und aehnliches Gesindel gaebe es scheinbar viel weniger. Panama-Stadt ist sehr schoen und modern (in der Stadt befinden sich acht der zehn größten Hochhäuser Lateinamerikas und die Strassen sind um Welten besser als in Costa Rica), was sehr wahrscheinlich mit dem grossen Einfluss der Amerikaner zusamenhaengt. Nur die Leute gefallen mir nicht so, man versteht sie kaum, denn sie haben einen etwas seltsamen Spanisch-Dialekt und sprechen unglaublich schnell (auch Sebastian hat viel Muehe, sie zu verstehen) und zudem sind alle ziemlich dick, was ebenfalls am amerikanischen Einfluss liegen muss.
Andrea vor der Skyline von Panama-Stadt;
unten: Sebastian und Claudio
Auch sonst sind mir einige Unterschiede zwischen Panama und Costa Rica aufgefallen: das Essen ist ganz anders, das Bier schmeckt viel milder und an jeder Ecke stehen Polizisten - teilweise fahren sie mit Maschienenpistolen bewaffnet Motorrad - welche um einiges mehr Autoritaet ausstrahlen als ihre Kollegen in Costa Rica. Die panamesischen Gesetze scheinen ziemlich streng zu sein, Minderjaehrige duerfen hier ihre Haeuser nach 22 Uhr nicht mehr ohne Eltern verlassen, im Vergleich dazu sind die Einschraenkungen, welche in Chur fuer den Ausgang geplant sind, nahezu harmlos. Da ich der einzige ueber achtzehn bin laeuft folglich ausser mal einem Bier mit Monce am Abend nichts ausgangmaessiges.
Octavio, Sebastian und Claudio - noch duerfen sie draussen sein;
unten: Panama-Stadt
Fuer Sebas, Claudio und Octavio scheinen jedoch die Preise den Primaerunterschied zwischen Panama und Costa Rica auszumachen. Insgesammt viermal fahren wir in ein Mall, ein riesiges Einkaufszentrum im amerikanischen Stil, welches schaetzungsweise 200 Laeden beherbergt. Auch wenn dort wirklich alles sehr guenstig ist, gefaellt es mir nicht wirklich, schliesslich habe ich alles was ich brauche und ich bin nicht nach Panama gekommen, um einzukaufen. Also kaufe ich nur eine Flasche Chilli (Mitbringsel fuer Rosita), ein paar Postkarten (wird noch ein Weilchen dauern bis ihr diese bekommt, habe sie noch nicht einmal geschrieben) und 2 T-Shirts, was fuer die Anderen unbegreiflich zu sein scheint. Sie widmen sich voll und ganz dem Konsumrausch und erstehen zusammen schaetzungsweise 20 T-Shirts, 5 Paar Schuhe, 8 Parfums, 5 Hosen, 2 Gurte und einen Berg von Socken, Unterwaesche und anderen Dingen. Sebastian wollte unbedingt ein Hugo Boss Parfuem kaufen, also ist er mit Claudio an einen Ort gegangen, wo heisse Wahre verkauft wird. Claudio war der Meinung, es sei besser wenn er mit dem Haendler spreche, schliesslich sei das ein Freund von ihm, er wuerde also einen etwas besseren Preis bekommen. Schliesslich hat er ein Parfuem fuer 13 Dollar oder so gekauft, und sich gefreut, da das ein guter Preis sei. Als ich es dann im Hotel angeschaut habe, ist mier als erstes aufgefallen, dass darauf gross "Boos" stand. Ich fand das Sauwitzig und irgendwie haben es diese Konsumjunkies meiner Meinung nach verdient.
Claudio, Octavio und Sebastian erholen sich vom Einkaufstaschen-Tragen;
unten: wirklich ein super Parfum
Die Preise in Panama sind jedoch nicht nur fuer Kleider ziemlich niedrig, auch alles andere ist sehr guenstig. Taxis, Essen, Trinken, Busse - kostet alles einiges weniger als in Costa Rica. Fuer unser Hotel, welches es problemlos mit einem schweizer 2 Sterne Hotel aufnehmen koennte, haben wir gerade mal 17 Dollar pro Nacht/Person bezahlt. Und eine viertelstuendige Taxifahrt kostet etwa 2 Dollar. Oft sind wir jedoch mit dem Bus gefahren, was ziemlich abenteuerlich ist. In Panama gehoeren die Busse (hier "Diabolos Rojos" genannt, allesamt alte, amerikanische Schulbuse) naemlich nicht einer grossen Gesellschaft an; sie sind fast alle in Privatbesitz. Das bedeutet, die Fahrer sind auch gleichzeitig die Besitzer und bemalen ihre Busse meist farbenfroh.
Ein Bild in unserem Hotelzimmer, extra fuer mich, damit ich kein Heimweh hab;
unten: die "Diabolos Rojos"
An unserem zweiten Tag in Panama haben wir Fahrraeder gemietet, und sind zusammen die Kueste entlanggefahren. Das war sehr schoen, ich war jedoch der einzige welcher vernuenftig fahrradfahren konnte, desshalb musste ich staendig auf die Anderen warten, was aber nicht so schlimm war, denn so hatte ich viel Zeit, um zu fotografieren. Waerend den paar Tagen in Panama habe ich ca. 1'500 Fotos geschossen, die Meisten davon jedoch bei einem Fussballspiel von Sebas, Claudio, Octavio und ein paar Anderen im Park.
Sebastian, Claudio und Monce bei unserer Fahrradtour
Am Montag stand dann der natuerlich obligatorische Besuch des Panama-Kanals auf dem Program, welcher praktisch vor der Haustuer lag und ausserordentlich beeindruckend war. Wir konnten miterleben, wie ein grosser Kahn durch die Schleuse gefuehrt wurde, dazu braucht es jedoch nicht all zu viel Glueck, schliesslich stehen die Schiffe vor dem Kanal Schlange, um ihn durchqueren zu duerfen. Deshalb werden im Moment auch neue, groessere Schleusen gebaut. Im zum Kanal gehoerenden Besucherzenter konnten wir eine Menge ueber die Hintergruende des Kanalbaus und ueber seine Geschichte erfahren. Auch sonst hat Panama eine sehr spannende Geschichte, und es liegt eine sehr interessante Atmosphaere in der Luft. Der Sturz von Noriega liegt noch nicht so lange zurueck und die erneute Unabhaengigkeit Panamas noch weniger. Jeder Panamese scheint seine eigenen Geschichten zu der Invasion von 1989 zu haben, so war zum Beispiel Octavios und Claudios Grossvater scheinbar Noriegas persoenlicher Zimmer-Nach-Sprengstoff-Absucher.
Ein Boot bei der Durchquerung der Kanal-Schleussen;
unten: ein Wasserkraftwerk beim Kanal
Das war dann eigentlich auch schon das wichtigste von unserem Ausflug. Alles in allem hat er mir ausgezeichnet gefallen, ich kann Panama jedem als Reiseziel empfehlen, und sei es nur weil er 20 T-Shirts kaufen, oder 1'500 Fotos schiessen will.
Mein Auto
Mein Boot
Mein Bier
Nicht mein Block